NDR Nordreportage: 100 Kilo weniger – Der schwere Weg zur Leichtigkeit

Über die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland hat Übergewicht, jeder Vierte ist krankhaft übergewichtig. Im Landkreis Vorpommern-Rügen ist es besonders schlimm. Von den etwa 200.000 Einwohnern sind 90.000 schwerst übergewichtig, mit schlimmen Folgeerkrankungen. Wer mehr isst, lebt kürzer. Das Helios Hanseklinikum in Stralsund hat sich auf die Behandlung krankhaft Übergewichtiger spezialisiert. Patientinnen und Patienten erhalten ein Angebot aus Abnehmprogramm, operativen Eingriffen und psychologischer Betreuung.

 

 

Paul Haßler hat dort seine Behandlung begonnen, er brachte 242 Kilogramm auf die Waage, lebte sehr zurückgezogen, ging kaum noch raus. Dank der Unterstützung von Ernährungsberatern, Psychologen und plastischen Chirurgen schaffte er es, nach einer Magenverkleinerung und Magenbypassoperation 90 Kilogramm abzunehmen. Danach traut er sich wieder unter Menschen. Er will weitermachen und noch weitere 50 Kilo abnehmen.

 

Franziska Kasel konnte mithilfe der Unterstützung des Teams des Helios Hanseklinikums 80 Kilogramm loswerden. Jetzt kann sie sich wieder bewegen, mühelos Treppen steigen und arbeiten gehen. Allerdings hat sie am ganzen Körper überschüssige Haut, sie hat Fettschürzen an Armen, Beinen, Po und vor allem am Bauch. Die plastischen Chirurgen Dr. Lau und Dr. Lange führen die erste Straffungsoperation durch: eine Bauchdeckenplastik. Jetzt sieht die Mutter zweier Kinder zumindest am Bauch wieder normal aus und ist überglücklich.

 

Quelle: NDR

Der Beitrag in der ARD Mediathek 

 

NDR: Cheplapharm erzielt erneut Milliardenumsatz

Das Greifswalder Unternehmen Cheplapharm (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ist weiterhin auf Wachstumskurs. Bis zum Ende des Geschäftsjahres wird es erneut mehr als 1,5 Milliarden Euro Umsatz erzielt haben. Das Geschäftsmodell der Firma beruht darauf, etablierte Medikamente der forschenden Pharmaindustrie zu übernehmen und weiter zu vertreiben. Im vergangenen Jahr hat Cheplapharm drei Präparate zugekauft. Kürzlich bekam der Familienbetrieb einen der renommiertesten Unternehmerpreise weltweit – den „EY Entrepreneur of the Year“.

 

Firmengründer Sebastian Braun ist der erste Preisträger aus den ostdeutschen Bundesländern seit zehn Jahren. Auf seinem Betriebsgelände in Greifswald hat die Firma im März ein neues Gebäude mit 200 Arbeitsplätzen errichtet. Die Zahl der Beschäftigten ist in diesem Jahr um mehr als 100 auf 790 gestiegen. Damit gehört Cheplapharm zu den größten Arbeitgebern in der Region.

 

Quelle: NDR

 

Kammerchef Dr. Jens Placke: Probleme kann Mecklenburg-Vorpommern vor Ort lösen

Dänemark, NRW oder Bayern: Es gibt gute Vorschläge aus anderen Regionen. Passgenauer aber sind sie in den Regionen selbst möglich. Auf der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock brach Dr. Jens Placke eine Lanze für die regionale Lösungsfindung.

 

Rostock (31.05.2024) – Wenn im deutschen Gesundheitswesen das Stichwort Dänemark fällt, leuchten bei vielen Akteuren die Augen. Die dort erfolgte Zentralisierung der Kliniklandschaft taugt nach Ansicht vieler als Vorbild – obwohl die Dänen selbst längst nicht alle zufrieden sind.

 

Es gibt aber auch Akteure hierzulande, die nicht neidisch ins Nachbarland schauen. „Ich will kein Dänemark, ich will Mecklenburg-Vorpommern“, steht für Dr. Jens Placke fest. Der Präsident der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern ist sicher, dass vor Ort gute Lösungen entstehen, wenn man die Akteure nur ließe. „Motiviert, optimistisch, klug“, diese Eigenschaften der Player im Nordosten nannte Placke in einer Diskussionsrunde auf der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft am Freitag in Rostock. Damit sei es möglich, Lösungen etwa für eine sektorenverbindende Zusammenarbeit zu finden.

 

Eher als hinderlich nimmt der niedergelassene Kardiologe aus Rostock dagegen die Rahmenbedingungen wahr, die Berlin für die Regionen vorgibt – oder eben die Annahme, dass Modelle aus anderen Regionen als tauglich für alle angesehen werden.

 

Enger am Bedarf orientieren

 

Das Besinnen auf eigene Stärken allein reicht nach Ansicht von Mecklenburg-Vorpommerns TK-Chefin Manon Austenat-Wied jedoch nicht aus. Wichtig aus ihrer Sicht: Enger am Bedarf denken und bei allen Veränderungen immer im Blick behalten, dass das dafür erforderliche Geld von den Versicherten zur Verfügung gestellt wird. Einig war sie sich mit Placke aber in einem zentralen Punkt: „Wenn wir Probleme vor Ort haben, müssen wir sie auch vor Ort lösen.“ Man brauche keine „Modelle à la NRW oder Bayern“, so Austenat-Wied.

 

Uwe Borchmann, Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern, plädierte in der Diskussion für einen Puffer bei den Kapazitäten. Um resilient gegen Krisen zu werden, brauche es zum Beispiel Ausweichbetten. Mit der geringen Krankenhausdichte werde das Land bei einer erneuten Krise schnell Probleme bekommen, prophezeite Borchmann. „Wir sind an der Kapazitätsgrenze“, stellte er klar.

 

Keine Standortschließungen im Nordosten?

 

Immerhin soll Mecklenburg-Vorpommern aber im Zuge der anstehenden Klinikreform keine weiteren Klinikstandorte einbüßen. So hat zumindest die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Christine Klingohr, Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach bei dessen Auftritt auf der Konferenz am Vortage verstanden. „Ich habe es so gehört, dass wir da nicht ran müssen“, sagte sie. Tatsächlich hatte Lauterbach prophezeit, dass die Krankenhausreform für Mecklenburg-Vorpommern „ein Segen“ werde. Was das genau bedeuten soll, führte er bei seiner Rede nicht aus.

Quelle: Ärzte-Zeitung

Gesundheitsminister wirbt für Krankenhausreform

Lauterbach in Rostock: Große Chance für kleinere Kliniken in MV

 

Rostock (30.05.2024) – Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sieht die Gesundheitsreform als große Chance für kleinere regionale Kliniken im ländlichen Raum. Für Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern werde die Reform ein Segen sein, weil die kleinen Krankenhäuser aus ihrer Defizitlage herauskämen, sagte Lauterbach am Donnerstag bei der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock. „Die kleineren Häuser bekommen eine Existenzgarantie über die Betriebskosten.“ Pauschalen für das Angebot bestimmter Leistungen sowie Zuschüsse seien wichtige Bausteine der künftigen Finanzierungsgrundlage.

 

Schwesig: Alle Krankenhäuser in MV erhalten

 

Insgesamt fiel Lauterbachs Analyse des Gesundheitssystems in Deutschland nüchtern aus: „Wir sind nicht gut unterwegs.“ Das System sei ineffizient und pro Kopf gerechnet das teuerste in Europa. Bei der Digitalisierung habe man 20 Jahre verloren und in der Medizinforschung gebe es große Probleme. Damit wolle er keinen „Alarmismus“ schüren, sondern auf die Dringlichkeit der auch im Gesundheitssystem eingeleiteten Zeitenwende hinweisen.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte, das Ziel sei, in MV alle Krankenhausstandorte zu erhalten. Allerdings müsse dabei klar sein, welches Krankenhaus welche Aufgabe übernehme. Im ländlichen Raum gehe es vor allem um die Grundversorgung. Mit der Reform würden nicht mehr die Fallzahlen über die Zukunft eines Krankenhauses entscheiden. Dieser Systemwechsel sei grundsätzlich richtig, die Reform aber eine „Operation am offenen Herzen“.

 

Lauterbach besucht Klinik in Ludwigslust

 

Am Nachmittag hat Lauterbach das Klinikum Helene von Bülow in Ludwigslust besucht. Hintergrund ist die Situation des Flächenlandes Mecklenburg-Vorpommern. Aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte kommen ländliche Krankenhäuser unter finanziellen Druck, weshalb der Kreis im Jahr 2021 das verschuldete Krankenhaus in Crivitz vom Mediclin-Konzern übernommen hatte. 2023 übertrug der kirchliche Krankenhausträger Stift Bethlehem mit seinen zwei Kliniken in Ludwigslust und Hagenow 25,1 Prozent der Anteile. Dadurch besitzt der Kreis seitdem 75,1 Prozent und ebnete damit den Weg für einen kommunalen Klinikverbund in der Region mit dem Ziel, alle drei Standorte zu erhalten und Synergie-Effekte zu heben.

Aus Sicht Mecklenburg-Vorpommerns ist insbesondere die Finanzierung bedarfsnotwendiger kleiner Krankenhäuser mit bevölkerungsbedingt geringer Fallzahl jedoch immer noch unzureichend. „Wir brauchen daher eine Sockelfinanzierung für die tatsächlichen Vorhaltekosten bei Sicherstellungshäusern“, wurde Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) in einer Pressemitteilung zitiert.

„Die 60 Prozent Vorhaltepauschale, die wir bezahlen, damit kann man durchaus klarkommen“, sagte Lauterbach. „Wir bezahlen zusätzlich noch Zuschläge.“ Damit könnten „die Häuser gut auskommen. Das sind alles Verbesserungen im Vergleich zu heute.“

Quellen: dpa, Ostsee-Zeitung

37 Krankenhäuser an 74 Standorten in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin (05.04.2024) – Mecklenburg-Vorpommern besitzt eine der modernsten Krankenhauslandschaften in Deutschland. Seit 1990 sind mehr als drei Milliarden Euro in die Krankenhäuser des Landes investiert worden. Das Land hat damit die Grundlagen für eine zukunftsfähige Krankenhauslandschaft gelegt.

 

In den Krankenhausplan des Landes Mecklenburg-Vorpommern sind aktuell 37 Krankenhäuser an 74 Standorten – inklusive der Tageskliniken – mit 10.212 Betten und 1.556 Tagesklinikplätzen entsprechend der Fachrichtung aufgenommen. Gegenüber dem Veröffentlichungsstand, 1. November 2021, sind im somatischen Bereich sowie im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie 52 Planbetten hinzugekommen und bei den tagesklinischen Plätzen gab es einen Aufwuchs von 27 Plätzen.

 

Mecklenburg-Vorpommern steht vor einem grundlegenden demografischen Wandel. In den nächsten Jahren wird die Bevölkerung von jetzt 1.610.674 (Stand: 31.12.2016) auf etwa 1.470.000 Einwohner in 2030 zurückgehen. Damit ist Ziel des aktuellen Krankenhausplans des Landes Mecklenburg-Vorpommern die Sicherstellung einer bedarfsgerechten und wohnortnahen medizinischen Versorgung der Bevölkerung. Im Vordergrund stehen damit die wirtschaftliche Sicherung und die Stärkung der Eigenverantwortung der Krankenhäuser. Die großen Investitionen der Vergangenheit sollen bewahrt und die Versorgung gerade in ländlichen Regionen gesichert werden.

 

Quelle: Pressemitteilung Minsterium für Soziales Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern

Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern erhalten 2024 insgesamt 1,4 Milliarden Euro

Kassen und Krankenhausgesellschaft schaffen Planungssicherheit. Die Selbstverwaltung im Nordosten betont ihre Handlungsfähigkeit.

 

Schwerin (19.01.2024) – Die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern erhalten in diesem Jahr rund 68 Millionen Euro mehr als 2023. Insgesamt werden die 37 Krankenhäuser im Nordosten voraussichtlich mit über 1,4 Milliarden Euro für ihre Behandlungen vergütet.

 

Möglich wird die Steigerung durch eine Anhebung des Landesbasisfallwertes, der 2024 auf 4.214,94 Euro erhöht wurde. Landesgesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) hat die Erhöhung laut Mitteilung des Ersatzkassenverbandes genehmigt. Der Verband unterstrich zugleich, wie wichtig aus seiner Sicht einer baldige Einigung auf die Krankenhausreform wäre.

 

Versorgungsqualität hat Vorrang

„Vor allem auch für Flächenländer wie Mecklenburg-Vorpommern ist dies von großer Bedeutung, um langfristig eine nachhaltige und zukunftsfeste medizinische Versorgung der Menschen in allen Landesteilen zu sichern und den Kliniken eine klare Entwicklungsperspektive zu bieten. Dabei muss stets die Gewährleistung einer optimalen Versorgungsqualität oberste Priorität haben“, sagte die Leiterin der der vdek-Landesvertretung in Schwerin, Kirsten Jüttner. Sie lobte zugleich das einvernehmliche Verhandlungsergebnis mit der Krankenhausgesellschaft des Landes und die damit geschaffene Planungssicherheit für die Kliniken – dies zeige die „Handlungsfähigkeit der Selbstverwaltung auch in Zeiten unklarer Entwicklungen.“

Quelle: ÄrzteZeitung