Minister Glawe: Prävention muss in allen Lebenswelten greifen

  1. November 2017 – Ärztekammer Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern – Prävention und Gesundheitsförderung in Klinik und Praxis

Rostock (08.11.2017) – Wer gesund lebt, hat mehr vom Leben. Jeder weiß es, aber längst nicht jeder hält sich auch daran. Kompetente Referenten vermittelten in einer Veranstaltung für Ärzte, Schwestern/MFA und alle mit der Gesundheitsförderung und Prävention befassten Menschen am 9. November in der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern in Rostock Wissen um eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. „Prävention und Gesundheitsförderung muss in allen Lebenswelten greifen, um die Menschen genau dort zu erreichen wo sie leben, lernen und arbeiten“, sagte Harry Glawe, Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit vor den insgesamt 65 Teilnehmern.

Weniger Krankheitstage brächten allen Beteiligten mehr Erfolg. Solche Angebote seien ein klares Plus für die Attraktivität des Arbeitgebers, der einsatzstarke Fachkräfte für sich gewinnen möchte, sagte Glawe. Beschäftigte bleiben nach seinen Angaben aus gesundheitlichen Gründen durchschnittlich jährlich rund 20 Tage ihrem Arbeitsplatz fern.

Im Januar vereinbarten Krankenkassen, Sozialversicherungsträger, Bundesarbeitsagentur, Land und Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern in einer Rahmenvereinbarung, künftig gemeinsam in der Gesundheitsvorsorge aktiv zu werden und so das Geld für die Prävention optimal einzusetzen. Sie wollen künftig ihre Projekte abstimmen, um Doppelstrukturen zu vermeiden.

 

Auch soll versucht werden, mehr Menschen als bisher zu erreichen. Pro Versichertem sollen sieben Euro im Jahr bereitgestellt werden. 2015 waren es rund vier Euro pro Versichertem. In diesem Jahr stehen im Nordosten von den Kassen 5,8 Millionen Euro für die Prävention bereit. Das Land gibt noch einmal 2,7 Millionen Euro dazu. Daraus werden verschiedene Maßnahmen finanziert, vom Seminar zur Stressbewältigung bis zum Kochkurs und zur Lebensmittel- Einkaufsberatung.

 

„Die Landesregierung wird sich auch weiterhin, ohne Verpflichtung im Präventionsgesetz, mit freiwilliger Leistung einbringen. Es ist wichtig, dass alle Akteure des Gesundheitswesens in Mecklenburg-Vorpommern zusammenarbeiten und ihren Beitrag leisten, damit wir gemeinsam nachhaltig die Gesundheit der Bevölkerung in unserem Land verbessern“, sagte Glawe weiter.

 

Mecklenburg-Vorpommern hat mehr Gesundheitsbewusstsein nötig: Im Jahr 2013 waren laut Statistischem Landesamt 59,9 Prozent der Erwachsenen in Mecklenburg-Vorpommern übergewichtig – ein Spitzenplatz in Deutschland. Mit 28,2 Prozent Rauchern an der erwachsenen Bevölkerung lag MV auf dem vorletzten Platz im Bundesvergleich vor Berlin. Die Daten basieren auf einer Zusatzerhebung zum Mikrozensus aus dem Jahr 2013. Die Lebenserwartung von Männern liegt in Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bei 76,5 Jahren, bei Frauen bei rund 82,9 Jahren.

 

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