Wächterin der Meere sagt: „Auf die Ostsee wird besser aufgepasst“

08.06.2022 – Visite im Leibnitz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde

 

Warnemünde (08.10.2022) – Der Ostsee geht es noch gut, jedenfalls im Vergleich zu anderen Meeren. Das ist kein Zufall. „Die Ostsee ist ein Meer, auf das besser aufgepasst wird als auf andere Meere“, sagte Prof. Heide Schulz-Vogt, Direktorin der Sektion „Biologische Meereskunde“ am Leibnitz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde, auf der Visite der „Gesundheitsregion Mecklenburg-Vorpommern“.

 

Grund zur Beruhigung ist die fundierte wissenschaftliche Kontrolle  allerdings beileibe nicht. Zu viele negative Faktoren bestimmen den Zustand des Gewässers, das im Zentrum Europas neun Nationen mit rund 85 Millionen Einwohnern auf einer Fläche von 1,7 Millionen Quadratkilometern verbindet.

 

In der Ostsee findet sich beispielsweise zwar weit weniger Plastemüll als beispielsweise im Mittelmeer. Aber Einfluss von Land wie Phosphor und Stickstoff machen dem Meer zunehmend zu schaffen, auch wenn der Anteil in den vergangenen Jahren nach Aussage der Wissenschaftlerin „wesentlich reduziert“ worden ist.

 

Für die Fische sind es aber immer noch viel zu viele Schadstoffe. Von der permanenten Überfischung, um die es zwischen Politik und Wirtschaft eine nicht enden wollende kontroverse Diskussion gibt, gar nicht zu reden. „Das größte Problem der Fische ist die Fischerei. Es sieht nicht gut aus. Wir sollten den Fisch, den wir jetzt noch kriegen, genießen“, sagte Prof. Heide Schulz-Vogt.

 

 

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Kurzvorstellung Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

 

Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) ist ein außeruniversitäres Meeresforschungsinstitut. In seinen vier Fach-Sektionen sind die Grunddisziplinen der Meeresforschung vertreten. Sein Forschungsprogramm ist auf Küsten- und Randmeere mit besonderer Hinwendung zum Ökosystem Ostsee zugeschnitten. Neben seinen Forschungsaktivitäten verfolgt das IOW ein Transferkonzept und betreibt Forschungsinfrastrukturen für die wissenschaftliche Gemeinschaft. Das IOW ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft (WGL). Seine Grundausstattung wird gemeinsam vom Bund und den Ländern getragen. Das IOW ist eine Stiftung öffentlichen Rechts.

 

Das IOW in Zahlen:

Am IOW waren am 31.12.2021 264 Mitarbeiter beschäftigt, davon 131 WissenschaftlerInnen .

 

Der Gesamtetat betrug im Jahr 2021 25,3 Millionen Euro. Davon entsprachen 15,3 Millionen Euro der institutionellen Förderung durch Bund und Länder. Die restlichen 10 Millionen Euro wurden dem IOW als Drittmittel oder Erstattungen zur Verfügung gestellt.

 

Quelle: IOW

 

Vita Prof. Heide Schulz-Vogt

 

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